Der moderne Mensch und seine Zukunft
Ort und Datum: Düsseldorf, am 9. September 1961
Abstract: Vor dem Hintergrund der ideengeschichtlichen Entwicklung des westlichen Menschen zeichnet Fromm zunächst die Geschichte des Humanismus bis zum gegenwärtigen modernen Menschen nach. Dieser allerdings „ist alleine und ängstlich. Er ist frei, aber er fürchtet sich vor dieser Freiheit.“ So entfremdet sich der Mensch seiner eigenen humanen Potenziale und überträgt sie auf die von ihm geschaffenen Dinge. Die Entfremdung kann deshalb als Krankheit des modernen Menschen bezeichnet werden. „Der moderne Mensch wird durch die Dinge, die er schafft, konstituiert.“ Er macht sich selbst zum Ding, das belebt werden muss. Die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben ist deshalb eine moderne Erscheinungsform des Bösen, „eine neue Unmenschlichkeit“. Der moderne Mensch ist weder der Hüter seines Bruders noch sein eigener Hüter. Im Schlussteil plädiert Fromm deshalb für einen Renaissance des Humanismus. Eine Zukunft des modernen Menschen sieht er nur, wenn der Mensch nicht mehr von den Dingen geritten wird, sondern „sich wieder in den Sattel setzt“. – Der Vortrag “ Der moderne Mensch und seine Zukunft” (50’) wurde am 9. September 1961 auf einem Kongress der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in Düsseldorf gehalten.
Der Text des Vortrags kann als PDF heruntergeladen werden
ID im Verzeichnis der Werke Fromms (https://fromm-online.org/en/works/original-writings/): 1961m-deu
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